Wenig Schlaglöcher, auf den meisten Strecken ein perfekter Asphalt. 10,5 Millionen Euro haben wir zuletzt in Asphaltierungsarbeiten investiert. Wie hochwertig unser Belag ist, das wissen auch jene, die Südtirol als Rennkulisse missverstehen. Als kostenlosen Nürburgring, als freie Wildbahn. Das Event „Drive the Dolomites – The Mafia of the Roads“, organisiert vom tschechischen Unternehmen Advantage Cars, ist nur das jüngste Beispiel.
Vier Tage lang haben rund 60 Teilnehmende unseren super Asphalt ausgekostet. Für lächerliche 99.000 tschechische Kronen (umgerechnet 4.100 Euro für zwei Personen im 4-Sternehotel) durften sie mit ihren PS-starken Luxuswagen die Pässe rauf- und runterdriften. Alles völlig legal. Beworben wurde das Event mit Sätzen wie diesem: „Machen Sie sich bereit, dass nichts mehr sicher ist. Nicht einmal die blutige Leiche, an der Sie gerade vorbeigefahren sind.“ Geht’s noch? Was müssen wir uns in unserem verkehrsgeplagten Land denn noch gefallen lassen?
Ich will keine Spielverderberin sein, aber hier geht es um unsere Sicherheit. Und wenn ich höre, dass einige der „Mafia of the Roads“ 60 Euro Bußgeld bezahlen mussten, muss ich den Kopf schütteln. Die 60 Euro werden wohl kaum jemanden davon abhalten, das Gaspedal weiter durchzudrücken.
Ich erinnere nur daran, wie streng Italiens Straßenverkehrsordnung ist. Wer mit dem Telefon am Steuer erwischt wird, riskiert eine Woche Führerscheinentzug, zehn Punkte Abzug und 250 bis 1.000 Euro Strafe. Auch bei Tempoüberschreitungen wird hart durchgegriffen: Mehr als 10 km/h zu schnell kosten bis zu 700 Euro. Kurzum: Harte Regeln gibt es – und jeder weiß, wie konsequent sie durchgesetzt werden. Ausnahme sind die Pässe.