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Wandern auf Dürers Spuren
ff media | 9. Jun 2021 | ff 23/2021
Die Haderburg, erbaut von den Grafen von Salurn im 13. Jahrhundert, war berühmt für ihren Weinkeller. Die Weinberge reichen bis nach Buchholz hinauf, wohin die Rundwanderung führt.

Foto: Edition Raetia

1494 begab sich Albrecht Dürer auf seine erste Italienreise. Von Nürnberg kommend, reiste der berühmte Maler, Zeichner und Grafiker über den Brenner und durch das Eisack- und Etschtal Richtung Süden. Im Unterland hatte das Hochwasser der Etsch das Tal weitgehend überschwemmt und die Salurner Klause unpassierbar gemacht. Also musste er einen alternativen Weg wählen – von Laag über Buchholz und den Sauchpass nach Segonzano im Trentino.

„Von Sigmundskron der Etsch entlang bis zur Salurner Klaus“, heißt es in der inoffiziellen Südtiroler Landeshymne „Wohl ist die Welt so groß und weit“. „Das schönste Stück davon“ oder jedenfalls eines der schönsten ist der südlichste Winkel Südtirols an der Salurner Klause. Salurn bildete viele Jahrhunderte lang eine wichtige Station an der ehemaligen Römer- und späteren Reichsstraße, die Italien mit den Ländern nördlich der Alpen verband. Von Salurn führte ein Weg über den Sauchsattel ins Cembratal bzw. in die Ebene von Rotaliana, der vor allem bei den häufigen Etschüberschwemmungen geschätzt wurde.

Auch Albrecht Dürer benützte 1494 bei seiner Italienreise diese Route, woran mehrere Zeichnungen und Aquarelle des großen Meisters erinnern.

Neben der günstigen Verkehrslage war es vor allem der Wein, der Salurn zu einem stattlichen Markt werden ließ. Der Weinkeller der Haderburg oder besser gesagt die Sage davon fand sogar Eingang in die Sammlung der Gebrüder Grimm.

Die Rundwanderung:Sie beginnt in Laag und folgt einem Teilstück des sogenannten Dürerweges. Vom Freiheitsplatz aus steigen wir der Markierung Nr. 7 folgend zunächst auf einem kaum befahrenen Sträßchen, dann auf einem teilweise schön gepflasterten Fußweg steil aufwärts. Über eine wohl noch ins Mittelalter zurückreichende gemauerte Brücke, die natürlich wie alle alten Steinbogen als „Römerbrücke“ bezeichnet wird, überqueren wir den Laukesbach, der von der Salurner Fraktion Gfrill herunterkommt. Dort verlassen wir die Markierung Nr. 7 und wandern rechts nach Buchholz hinauf.

Die kleine Siedlung im Mittelgebirge rund um die St.-Ursula-Kirche mit ihrem romanischen Glockenturm liegt inmitten von Weinbergen. Es lohnt sich, den Skulpturengarten unterhalb des Ortskernes zu besichtigen, den die Künstlerin Sieglinde Tatz Borgogno in einem Waldstück angelegt und mit 200 Bronzefiguren und anderen Kunstobjekten ausgestattet hat.

Von dort folgen wir rechts der Straße und wandern dann auf einem Waldweg hinunter in die Talsohle, wo uns die kaum befahrene Straße vorbei am Ansitz Karneid zurück nach Laag bringt.

Das Buch zum Tipp: Weinland Südtirol

Foto: Raetia Verlag

Infos in Kürze

Rundwanderung an der Salurner Klause:
Von Laag nach Buchholz, dann weiter zum Skulpturengarten, vorbei am Ansitz Karneid und wieder zurück nach Laag.

Start & Ziel: Ortszentrum von Laag

Gehzeit: 3 Stunden

Höhenunterschied:480 Meter

Das Buch zum Tipp

Weinland Südtirol

Christoph Gufler

Geschichten, Lagen, Sorten

Edition Raetia

280 Seiten

Euro 20,00

ISBN 978-88-7283-683-5

Erhältlich im Buchhandel.