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Sonyas Weine

18. Jun 2026 | ff 22/2026

Sonya Egger-Trafoier gehört zu jenen Gastgeberinnen, die einen Raum nicht dominieren müssen, um ihn zu prägen. Mit ruhiger Präsenz, feinem Gespür und beinahe schwereloser Eleganz begleitet die Sommelière ihre Gäste durch den Abend. Jeder Wein wird von ihr persönlich ausgewählt, jede Empfehlung fühlt sich an wie ein stilles Gespräch statt einer pompösen Inszenierung.

Sonya verbindet Herkunft, Menschen und Emotionen mit einer seltenen Selbstverständlichkeit. Dass sie dafür als erste Frau Italiens mit dem Michelin Sommelier Awardausgezeichnet wurde, wirkt beinahe wie die logische Folge ihrer Kompetenz sowie feinfühligen Art, Weine und Küche kongenial zueinander finden zu lassen. Im Kuppelrain (Sterne-Restaurant und Vier-Hauben-Lokal Gault Millau) ist Sonya nicht einfach Sommelière oder Gastgeberin. Sie ist die Seele des Hauses. Und das wissen auch ihr Ehemann Jörg, ihr Sohn Kevin und ihre beiden Töchter Nathalie und Giulya – allesamt erfolgreich im Kuppelrain tätig.

Castelatsch

Ein Weingarten, der Sonya an ihre Jugend erinnert, ist der Hof Castelatsch, der am Hang oberhalb von Tschengls liegt. Und der Eschkolot ist Sonya besonders ans Herz gewachsen. Werner Schönthaler setzt bei den Rebsorten auf Piwi-Sorten, und das Ergebnis ist eine spontan vergorene weiße Cuvée aus Solaris-, Muscaris- und Souvignier Gris-Trauben. Und Marmorpulver. Ja, richtig gelesen. Die Marmorpulver-Veredelung ist eine Hommage an das Terroir und soll dem Wein seine unverwechselbare mineralische Textur schenken. Im Kuppelrain wird der Eschkolot aus 3-Liter-Flaschen, der Jerobaom, ausgeschenkt.

Der Wein spiegelt die Werte wider, die uns allen lieb sind: Gesundheit und Wohlbefinden. „Der Vinschgau schenkt uns einzigartige Weine, die es allesamt zu entdecken gilt“, so das Resümee von Sonya.

Tschengls 39, Tschengls | castelatsch.it

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Weingut Thomas Pichler

Die Philosophie des Weinguts Thomas Pichler basiert auf einer kompromisslosen Obsession für Qualität – sowohl im Weinberg als auch im Keller. So beschreibt der Weinguide Falstaff das kleine Weingut in Kaltern. Eine besondere Freude bereitet Sonya die Rarität des Weinguts, das Echo der Erde. „Im Keller des Betriebs steht mein Fassl, das Ende 2026 auf den Markt kommt“, freut sich die Sommelière.

Eine funkelnde, kräftige Cuvée mit weichen Gerbstoffen, Jahr für Jahr aus den Trauben Merlot, Syrah und Teroldego gekeltert. Seit 2003 bewirtschaftet Pichler seinen eigenen Betrieb, die Bewirtschaftung der Weinberge, die Produktion im Weinkeller und die Vermarktung liegen in einer Hand.

Weinbergweg 4, Kaltern | T. 340 354 0480 | thomas-pichler.it

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Weingut Kiemberger

„Etwas Besonderes, fast Einzigartiges“, so beschreibt Sonya den Dessertwein Paul.

Paul − benannt nach dem Sohn des Weinmachers – ist ein Lagrein Passito. Ungewöhnlich, ist doch Südtirols Dessertweintradition unter den roten Rebsorten eng mit dem Rosenmuskateller verbunden. Die Trauben des Lagrein Passito werden nach der Lese im Weinberg in Andrian im Stadel getrocknet und reifen nach dem Pressen 18 Monate in Holzfässern. Das Ergebnis ist Fruchtigkeit und Kraft. Für mich passt der Dessertwein am besten zu Schokolade – und begleitet damit perfekt die süßen Kreationen der Chocolatière Nathalie Trafoier. Seit über 100 Jahren besitzt Familie Kiemberger den Weinbauernhof in Terlan und seit 2007 baut sie hier ihre eigenen Weine an.

Hauptstraße 23, Terlan | T. 333 206 2944 | kiemberger.com