Spazieren auf der Autobahn
ff 19/26 über den Bürgermeister von Gries am Brenner und die Blockade der Autobahn am 30. Mai
ff 19/26 über den Bürgermeister von Gries am Brenner und die Blockade der Autobahn am 30. Mai Selbst als Profiteur vom Tourismus sei Karl Mühlsteiger, Bürgermeister von Gries am Brenner, und der Tiroler Landesregierung für die Blockade am Brenner und dem Nachtfahrverbot gedankt, die noch einen Hauch an Bürgernähe und Volksvertretung aufkommen lassen.
Südlich des Brenners sieht die Welt anders aus. Es wird trotz negativen Gutachten, Gegengutachten, Fachgutachten … hartnäckig auf grenzenloses Wachstum gesetzt.
Wie schizophren die SVP-Politik ist, zeigt sich regelmäßig zu den Wahlzeiten. Kurz vor jeder Wahl tritt die Partei vor den Bundeskanzler des Mutterlandes Österreich, um sich dort medienwirksam Hilfe zu erbitten, um den drohenden Verlust der Autonomie zu verhindern. Nach den Wahlen werden genau jene Leute ins Boot geholt, die man vorher für die Schieflage der Autonomie verantwortlich gemacht hat. Sie werden es richten, die das „Mutterland“ verklagt hatten, um den freien Warenverkehr zu garantieren. Von einem Recht der Bevölkerung ist keine Rede mehr. Anstatt dem Nachbarn aufs Maul zu hauen, hätte man den erwarteten Verkehrskollaps nutzen können, um medial auf die in Glanzpapier propagierte nachhaltige Anreise zu werben – mit oder ohne QR-Code. Auch der Vermarktung lokaler Qualitätsprodukte wäre gedient gewesen, wenn durch eine angemessene Kostenverrechnung ausländische Billigprodukte und Amazon- oder Ebay-Lieferungen verteuert würden. So einfach könnte Nachbarschaftshilfe sein. Es lebe die Europaregion Tirol.
Robert Holzer, Welsberg
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Heiliger Hotspot
ff 14/26 über den geplanten Aufzug von Klausen hinauf auf Kloster Säben: Wozu soll der gut sein?
Wie alle Südtiroler Städte ist auch der ehemalige Marktplatz Klausen von Geschäftsschließungen in der Innenstadt betroffen. Besonders auffällig ist, dass die Bevölkerung in den umliegenden Gemeinden (Feldthurns, Villanders, Latzfons, Barbian, Gufidaun, Villnöß) zunimmt und die Zahl der Geschäfte rückläufig ist – mit Ausnahme des Lebensmittelsektors.
Die Gründe dafür liegen in der rapiden Zunahme des Online-Handels und des Preisdumpings im Großhandel. Solange die EU aber nicht durchgreift und die großen Online-Händler nicht dieselben Steuern bezahlen wie die Einzelhändler, wird sich daran nichts ändern. Diese Ungleichbehandlung ist zutiefst ungerecht gegenüber all jenen, die täglich beratend in ihren Geschäften stehen und die Altstadt aufwerten.
Ein Aufzug nach Säben wird diese Grundprobleme nicht lösen. Wenn sich die Kaufleute von einer solchen Attraktion einen Stopp des Geschäftesterbens in der Altstadt erwarten, setzen sie auf das falsche Pferd. Ein Aufzug würde vor allem den schnellen Fototourismus fördern. Der Strom flüchtiger Touristen würde nur jene Gäste verärgern, die zu Fuß die schöne Säben-Promenade entdecken, um anschließend in Ruhe die Innenstadt zu besuchen, die Angebote in den Geschäften zu mustern und die Eisacktaler Küche zu genießen.
Sie können mit gezielten Maßnahmen besser gewonnen werden als mit einem Aufzug, der eilige Touristen nur von der Stadt abzieht. Als Kaufmann, der im Herzen Brixens seit Jahrzehnten tätig ist und ringsum Geschäftsaufgaben beobachten muss, weiß ich, wovon ich rede. Qualität, kompetente Betreuung, Kundenpflege, Marketing halten Gäste in unseren Innenstädten, nicht aber Hot Spots an ihren Rändern.
Klauspeter Dissinger, Brixen
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