Als der Laurinbrunnen im Mai 1907 auf der Wassermauer in Bozen aufgestellt wurde, war das Ereignis dem Tiroler Volksblatt gerade einmal ein paar Zeilen wert. Das Blatt vermeldete nüchtern: „Er wurde von Winder und Andrä Kompatscher geschaffen. Die Figur auf dem Brunnen zeigt Dietrich von Bern, wie er den Zwergenkönig Laurin besiegt.“
Keinerlei nationalistische Aufwallungen. Stattdessen naives Kunstlob: „Das Motiv ist genial erfasst und vorzüglich durchgeführt.“ Am Fuße des Brunnens stand: „Der Bürger Wohl zu mehren, dem fremden Gast zu Ehren.“
Seit 1994 steht der Laurinbrunnen vor dem...
Denkmal der Gefühle
Was vor 111 Jahren als Werbemittel dienen sollte, ist heute ein Symbol des Nationalismus. Welche Geschichte steckt hinter dem Laurinbrunnen in Bozen?
