(gm) Mit dem ersten Roman von Yade Yasemin Önder begeben wir uns auf unsicheres (Sprach-)Gelände. Die Autorin (37, sie lebt in Berlin) bringt in „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ (Kiepenheuer & Witsch 2022, 250 Seiten, 22 Euro) die Sprache und die Fantasie ins Laufen. Mal ist der Roman rotzig sarkastisch, mal witzig und manchmal wird es ganz still, wenn die Ich-Erzählerin isst, kotzt, isst und wieder kotzt und das Symptom wieder einmal an ihr klebt. Es lebt von ihr und sie von ihm.
Viel Tempo hat der Roman, er erzählt vom kurdischen Vater, 370 Kilo schwer, der...
