Einst ein Hexentanzplatz, hat sich der Freienbühel zum Platz fürs Bitten und Danken gewandelt. Der Wallfahrtsort in Afers, hoch über Brixen am Ploseberg, ist ein wahrer Kraftort mit einer kleinen Kapelle. Damals wie heute wird die Mariahilfkapelle vor allem von Frauen geschätzt und gerne aufgesucht. Wir zeigen, welche Stationenwege zu diesem mystischen Ort führen.
Ein überaus beliebter Hexentreffpunkt soll der Freienbühel von Afers gewesen sein, eine vor neugierigen Blicken geschützte Waldkuppe in einsamer Lage. Wohl auch deshalb hat man genau hier einen Marienbildstock errichtet, aus dem schließlich eine kleine Kapelle und eine Kirche hervorgingen.
Dieser Hügel etablierte sich zu einem sehr beliebten Wallfahrtsort, den vor allem Frauen schätzen und in guten als auch in schlechten Zeiten gerne aufsuchen. Es heißt, dass die Brixnerinnen hinter dem Altar ihre Kinder herholen und, falls man eines dort schreien hört, man es mitnehmen müsse.
Neben seiner Funktion als Hexenversammlungsort – stets ein Hinweis auf außergewöhnliche Energien und Geschehnisse vor Ort – wissen wir auch von einer Sage, nach der im Aferer Wald die „Saligen Frauen“ lebten, die den Menschen oft Hilfe leisteten. Und so verwundert es nicht, dass die Kirche unter den Schutz der christlichen Mutterfigur gestellt und Maria Hilf genannt wurde.
Die Wanderung. Zum Freienbühel führen verschieden lange Stationenwege. Der beliebteste Wallfahrtsweg startet von St. Andrä und geleitet in etwa zweieinhalb Stunden mit Überwindung von 800 Höhenmetern steil hinauf. Für eine einfache Wanderung eignet sich hingegen der Kreuzweg von Afers über das urzeitverdächtige Katzenbödele, von dem aus man den heimeligen Hügel in ungefähr einer Dreiviertelstunde erreicht.
Ebenso lang, aber weniger steil ist der Weg von Palmschoss aus, dieser führt durch schönen Fichtenwald bis an den Fuß des Freienbühels. Altertumsfunde sind vom Freienbühel bisher nicht bekannt, sehr wohl aber von den tiefer gelegenen Ortschaften Klerant, Mellaun, St. Andrä und Karnol. Aufschluss über diese frühe Zeit gibt uns eine Überlieferung aus diesem überaus sagenfreudigen Gebiet und erzählt von den Norggen, die hier einst lebten.

