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Leserbriefe
14. Mai 2026 | ff 20/2026

Chronisch überlastet

Warum die Bahnlinie Bozen–Meran den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist

Die gegenwärtige Lage der Bahnlinie Bozen–Meran ist die Folge einer chronisch überlasteten Infrastruktur, die den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Da die eingleisige Linienführung als struktureller Flaschenhals einen stabilen Halbstundentakt verhindert, führen fehlende Ausweichkapazitäten dazu, dass bereits geringfügige technische Defekte kaskadenartige Verspätungen auslösen.

In Kombination mit einer an der Kapazitätsgrenze operierenden Fahrstromversorgung und externen Störfaktoren wie Witterung oder Baustellen werden lokale Vorfälle unmittelbar zu einer systemweiten Belastung.

Diese Unzuverlässigkeit macht die Bahn für Pendler unattraktiv und erzwingt faktisch die Rückkehr zum Pkw. Dies verschärft die Verkehrsbelastung im Etschtal, anstatt sie wie politisch beabsichtigt zu lindern. Notwendig wären eine tiefgreifende Modernisierung der Stromspeisung sowie bauliche Erweiterungen zur Schaffung dringend benötigter Ausweichkapazitäten.

Flankiert werden sollte dies von einer Kommunikation, die über standardisierte Floskeln wie „Ci scusiamo per il disagio“ hinausgeht, anstatt Fahrgäste im Informationsvakuum stehen zu lassen, während die Verbindung auf der Anzeige systembedingt erlischt.

Manuela Bonfanti, Algund

Atomkraft? Lieber nicht!

Warum wir auf erneuerbare Energien setzen sollten. Zum Leitartikel in ff 18/26

Allein die Sonne schickt so viel Energie auf die Erde, dass 0,3 Prozent der Erdoberfläche zur Nutzung der Sonnenenergie ausreichen würden, um den weltweiten Strombedarf zu decken. Weiters steht uns die Wasserkraft zur Verfügung, welche durch eine Modernisierung bestehender Kraftwerke und der Errichtung von Pumpspeicherwerken einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Dasselbe gilt für die Windenergie, bei der man aber an hochsensiblen Zonen im Hochgebirge von deren Nutzung absehen sollte. Zudem gibt es noch weitere klimafreundliche Energiequellen (Gezeiten, Meereswellen und Geothermie).

Die Atomenergie ist durch die Nutzung der Kernspaltung zwar CO2-neutral, bringt aber erhebliche Probleme bei Endlagerung und einem möglichen Unfall mit sich. Zudem ist sie kostenintensiver als die Nutzung erneuerbarer Energien.

Machen wir also bei der Atomlobby nicht denselben Fehler wie in der Vergangenheit, als wir uns von der Erdöllobby blenden ließen, mit den bekannten Folgen für Klimawandel und Luftverschmutzung! Setzen wir also auf erneuerbare Energien!

Klauspeter Dissinger, Brixen

EU und Ukraine

Appell an Volksvertreter und alle Menschen: bitte keinen Krieg in Europa

Tun Sie bitte etwas für den Frieden in Europa!

Ich habe mir zum EU-Tag den Film „Warum Krieg statt Frieden“ von Wolfgang Sendlhofer angesehen. Gehen auch Sie hin und sehen sich den Film an: ab 28. Mai im Cineplexx in Bozen oder Algund.

Bitte keinen Krieg in Europa anzetteln! Meine Kinder und Enkelkinder bekommt ihr nicht. Mit aller zur Verfügung stehenden Kraft wehre ich mich gegen die Kriegstreiberei. Der Krieg ist vorbei, sobald die EU sich aus der Ukraine zurückzieht. Versteht das doch endlich.

Florian Laner, Nals

Eine Demo muss wehtun

Blockade am Brenner am 30. Mai: Außensicht von Florian Kronbichler in ff 19/26

Lieber Herr Kronbichler, vielen Dank für Ihre Außensicht. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Hoffentlich beteiligen sich viele Südtiroler an der Kundgebung und vergessen bei den nächsten Wahlen nicht die jämmerliche Figur unserer Politiker!

Willi Schenk, Brixen

Teures Impfen

Was darf eine Impfung gegen Herpes Zoster kosten?

Herpes Zoster ist eine Erkrankung mit oft schwerwiegenden Folgen, daher habe ich mich für eine Impfung angemeldet. Für die erste Dosis der Impfung gegen Gürtelrose bezahlte ich stolze 84,20 Euro. Darin, dachte ich, wäre auch die erforderliche zweite Dosis inbegriffen.

Als ich nach zwei Monaten im Amt für öffentliche Hygiene des Südtiroler Sanitätsbetriebes in der Laurinstraße Nr. 10 in Meran erschien, um mir die zweite Dosis verabreichen zu lassen, staunte ich nicht schlecht über die Aufforderung, nochmals 84,20 Euro zu bezahlen.

Aus Protest wegen des hohen Preises habe ich ohne zweite Impfung das Amt verlassen.

Kann es sein, dass im reichen Land Südtirol für eine vom Sanitätsbetrieb stets empfohlene Impfung ein Gesamtpreis von 168,40 Euro verlangt wird?

Toni Egger, Naturns

Der Wal im Raum

Timmy und die Toten im Mittelmeer: Leitartikel in ff 19/26

Was diesen Wal anbelangt, bin ich mit den Ausführungen von Karl Hinterwaldner voll und ganz einverstanden: Was für dieses Tier unternommen wird, ist im Vergleich zu den Hilfen für Menschen in Not extrem übertrieben – und wie im Beitrag dargelegt, möglicherweise sogar verkehrt. Dieser Wal ist ja offenbar alt oder krank – am ehesten wohl beides.

Die andere Situation ist meiner Meinung nach mit jenen Fällen vergleichbar, in denen leider alle ärztliche Kunst vergebens ist: Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns wollen – auch dann nicht, wenn sie ethisch positiv und arbeitswillig sind.

Jene Personen in Afrika und anderen Erdteilen, denen es am schlechtesten geht, sind nach meiner Ansicht nicht imstande, sich auf den Weg nach Europa zu machen.

Martin Dissertori, Eppan

Bei den Olympischen Winterspielen, an denen auch Anpezo und das Hochpustertal Anteil hatten, wurden astronomische Summen für Großprojekte verpulvert. Geld war verfügbar, während die Situation ganz anders zu sein scheint, wenn Pädagogen und Pädagoginnen Forderungen nach Gehaltsanpassungen stellen. Ganz zu schweigen von Altersrenten. Auch für das Südtiroler Volksgruppeninstitut, dessen Ausschussmitglied der Verfasser ist, scheinen die Geldmittel nur mehr in reduziertem Maße vorhanden zu sein. Geldmittel sind vorhanden, doch gibt es offensichtlich Prioritäten.

Ein weiterer Aspekt wäre die Rolle des Ladinischen, das unter den Teppich gekehrt wurde. Exponenten aus der Südtiroler Politik fühlten sich groß und hatten die Möglichkeit, sich vor einem Weltpublikum selbstgefällig und voll aufgeblasen zu brüsten. Für die Ladiner war niemand bereit, eine Lanze zu brechen, geschweige denn auf die immer noch bestehende, durch das faschistische Repressionsregime herbeigeführte und bis heute nicht rückgängig gemachte Abtrennung zweier ladinischer Täler hinzuweisen, wobei in einem dieser Täler olympische Wettkämpfe stattgefunden haben. Es mutet auch mehr als befremdend an, wenn Südtiroler Politiker, die sich offiziell zum Schutz auch der ladinischen Sprache bekennen, nicht die Gelegenheit beim Schopf gefasst und auf immer noch bestehendes Unrecht aus der Zeit des Faschismus hingewiesen haben, sondern das Totschweigen unserer ladinischen Landsleute in allen fünf Tälern totgeschwiegen haben. Wirtschaftliche Erwägungen und Selbstherrlichkeit dürften sicher viel wichtiger gewesen sein als unsere älteste bekannte Sprache und deren Erhalt.

Georg Lezuo, Bozen

Erfolg im Schatten der Macht

Florian Leimgruber in ff 18/26 über Luis Trenker und seine Anbiederung an die Nazis

Die deutsche Wochen-Zeitung Die Zeit hat die gesamte Datenbank der Mitgliedskarten der NSDAP vom Nationalarchiv Washingtons übernommen und verarbeitet. Der Zugriff dürfte jetzt online unter bit.ly/4ts97v2 möglich sein

Martha Canestrini, Neumarkt

Ein-Spruch

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„Hoffentlich beteiligen sich viele Menschen an der Kundgebung am Brenner am 30. Mai und vergessen bei den nächsten Wahlen nicht die jämmerliche Figur unserer Politik.“
Willi Schenk, Brixen