Gezeichnet und gemalt hat sie schon immer, auch in der Schule – nicht nur im Kunstunterricht. Während die anderen brav mitschrieben, was der Lehrer sagte, blickte sie verträumt zum Fenster hinaus. Sie beobachtete die Tauben auf den gegenüberliegenden Dachsimsen, schaute, wie der Wind an den Bäumen rüttelte, und dann griff sie zum Stift.
Dass es so war, weiß der Verfasser dieser Zeilen genau, vor mehr als drei Jahrzehnten war er ihr Deutschlehrer. Am Ende des letzten Schuljahres an der Lehrerbildungsanstalt in Meran überreichte sie ihm ein Portrait, er fand sich gut getroffen....
