Die sich jetzt als große Sieger der Gemeinderatswahl feiern, blenden die eigentliche Botschaft dieses Urnenganges aus.
Nur 60 Prozent nahmen das Wahlrecht wahr, die restlichen 40 bilden die größte Fraktion: die Nichtwähler. Viele dieser Menschen sind wohl deshalb nicht hingegangen, weil sie unzufrieden sind mit der Politik und den bestehenden Verhältnissen. Dennoch gilt: Eine Stimme, die nicht erhoben wird, kann nicht gehört werden. Wer nicht wählt, gibt sein Mitspracherecht ab und stellt die Demokratie zur Disposition. Zu Hause zu bleiben lässt alles beim Alten. Zu sagen ist auch: Politik gibt sich vielfach abgehoben und liefert viele Versprechungen, leere Worthülsen und Überschriften auf Wahlplakaten. Damit ist keine Gemeinde zu machen. Die Menschen wollen endlich wirkungsvolle Maßnahmen, die rasch dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Die nächste Legislatur bietet genug zeitlichen Rahmen für die Belange der Bürger – bleibt dies allerdings wieder aus, werden mehr und mehr Bürger die Wahlkabine umschiffen.
Thomas Malfertheiner, Bozen