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„Eine gefühlte Sache“
Hat Südtirol ein Gewaltproblem? ff 16/24 brachte die Zahlen
ff media | 15. Mai 2024 | ff 20/2024

Ich denke, man sollte das Thema Gewalt nicht einfach in eine Statistik verpacken und am Ende das Fazit ziehen: „Ist ja gar nicht schlimm, im internationalen Vergleich, oder in Relation zu vergangenen Jahren hat die Gewalt eh abgenommen.“ Fragen Sie doch mal die Betroffenen!

Was sind die wichtigen Dinge einer Gesellschaft? Dass sich unsere Jugendlichen frei und sicher entfalten können. Und ausgerechnet am Tag ihrer verdienten Maturafeier bekommen sie noch im Festsaal oder außerhalb der Security-Bereiche die „gefühlte Sache“ dann zu spüren.

Da prallen Intelligenz, Toleranz, Rechtschaffenheit, Fairness einerseits mit Niedertracht, roher Gewalt und Feigheit andererseits zusammen.

Letzthin konnte man beobachten, dass vor dem Vereinshaus in Algund ein Carabinieri-Jeep postiert war, und allgemein, dass die Abschiebung von gewalttätigen Ausländern nicht länger ein Tabu-Thema ist.

Aber der Quästor ist leider nur eine temporäre Erscheinung, und so gesehen ist der Artikel am Ende ja auch stimmig: Die „gefühlte“ Sache passiert oft – während das Zufallsopfer von Nichtsnutzen umringt auf dem Gehsteig liegt, ein gebrochenes Nasenbein, gebrochene Rippen, ein blaues Auge. Wohin soll das führen?

Die Politik ist gefragt, wenigstens einen „Amtsverteidiger“ zu stellen, der Anzeigen formuliert und mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeitet, damit nicht alles im Sande verläuft.

Christian Peintner, Meran