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„Vergessen ist leugnen“
Mit der Vertreibung der Juden in den Dreißiger- und Vierzigerjahren hat Südtirol einen Teil von sich selber vernichtet. Eine hochemotionale Begegnung mit den Nachkommen der vertriebenen Juden.
Georg Mair | 17. Mai 2017 | ff 20/2017
Früher war das Haus das Hotel Bellaria, heute ist es eine Tanzschule. Es gehörte einst der Familie Bermann: Ruth Halonbrenner-Bermann und ihr Mann Rolf Halonbrenner (rechts), ihr Neffe Josef Bermann, ihre Nichte Deborah Bitton und deren Tochter Rachel Lavie-Bitton.

Foto: Alexander Alber

Es ist nicht mehr viel geblieben“, sagt Ruth Bermann, „mit Meran verbindet mich nur das Grab meines Großvaters.“ Ihr Großvater ist hier auf dem jüdischen Friedhof begraben. Es gehört zu den Pflichten eines gläubigen Juden, sich um die Gräber der Vorfahren zu kümmern.
Am Montag vergangener Woche besuchte Ruth Bermann, 72 Jahre alt, die Tanzschule „Arabesque“ in Meran und versuchte, ihre Gefühle zu beherrschen – in dem Haus lebte bis 1938 ihre Familie. Am Abend sitzt sie im Trevi-Center in Bozen zusammen mit anderen Nachfahren von Meraner Juden und legt Zeugnis ab. Ein Abend gegen das...

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