Seit sechs Jahren schaut Ashime keine Nachrichten, liest keine Zeitung und hört auch kein Radio. In ihrer Freizeit spaziert sie lieber an den grauen und maroden Plattenbauten in ihrer Nachbarschaft vorbei, bis an das Ufer des Dnjepr, der 30 Kilometer von der südukrainischen Stadt Cherson entfernt ins Schwarze Meer mündet.
Jeden Tag macht Ashime mindestens 10.000 Schritte in ihrem Exil. Sie geht so lange, bis der Kopf frei ist von den Sorgen um ihre Verwandten und dem ständigen Heimweh. Ashime ist Krimtatarin. Die Krimtataren sind eine auf der Krim ansässige Minderheit, die seit der...
