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Genossen ohne Macht
Die totale Krise der Gewerkschaften – Titelgeschichte in ff 17/17
ff media | 10. Mai 2017 | ff 19/2017
Leserbriefe

Foto: ff-Media

Die Gewerkschaft ist das wohl prominenteste Opfer einer unter enormem Veränderungsdruck stehenden Welt, in der kein Stein auf dem
anderen bleibt. Ihre Kraft als soziale Gestaltungsmacht ist mit dem Siegeszug des Turbokapitalismus und dem Ende der klassischen Linken spürbar erlahmt. Die erstarkte Dienstgeberseite samt Lobbys konnte davon erheblich profitieren und den Arbeitsmarkt nach ihrem Willen und ihrer Vorstellung (prekär) mit sehr wenig Widerstand umbauen. Dem förderlich sind auch ein allerorts feststellbarer Individualismus und die damit einhergehende Entsolidarisierung der Belegschaft. Diese Abwärtsspirale zu noch schlechteren Konditionen kann nur eine neu sich erfindende Gewerkschaft stoppen, da nur sie das Zeug zum Anwalt der kleinen Leute (Lohn- und Rentenbezieher) hat.
Thomas Malfertheiner, Bozen