Zum Hauptinhalt
Das Glück auf seiner Saite
Michael Stauder macht eine Arbeit, die im Widerspruch zur Schnelligkeit dieser Welt steht. Er baut Geigen. Text: Anna Reiterer | Fotos: Anna Reiterer, Johanna Sartori
ff media | 23. Apr 2024 | ff 17/2024
Michael Stauder vergleicht den Bau einer Geige mit einer Bergwanderung: „Man kann nicht rennen, man muss langsam gehen.“

Der Baum stand an der Grenze zum Fleimstal. Eine Haselfichte, über 300 Jahre alt. Einige Male ist Michael Stauder zum Waldarbeiter Josef Zwischenbrugger nach Oberradein gefahren. Es hat gedauert, bis er die perfekte Fichte fand. Gerader Wuchs, wenige Äste, gleichmäßige Jahresringe, wie eine Bohrung ins Holz ergab. Am
9. Dezember 2015 war es so weit. Vollmond, und damit wenig Flüssigkeit im Baum. Als er fällt, weiß Stauder: Jetzt hat er für sein Leben genug Fichtenholz.

Das Haus ist alt, die Holztreppe spärlich beleuchtet. Bei jedem Schritt knarzt sie. Im ersten Stock eine...

Abo testen

Abonnieren Sie jetzt die ff - und Sie erhalten Zugriff auf alle Inhalte

Sie sind bereits Abonnent?