Der Baum stand an der Grenze zum Fleimstal. Eine Haselfichte, über 300 Jahre alt. Einige Male ist Michael Stauder zum Waldarbeiter Josef Zwischenbrugger nach Oberradein gefahren. Es hat gedauert, bis er die perfekte Fichte fand. Gerader Wuchs, wenige Äste, gleichmäßige Jahresringe, wie eine Bohrung ins Holz ergab. Am
9. Dezember 2015 war es so weit. Vollmond, und damit wenig Flüssigkeit im Baum. Als er fällt, weiß Stauder: Jetzt hat er für sein Leben genug Fichtenholz.
Das Haus ist alt, die Holztreppe spärlich beleuchtet. Bei jedem Schritt knarzt sie. Im ersten Stock eine...
