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Jeder für sich, alle gegen alle
Was ist los mit den einst mächtigen Gewerkschaften? Jahrzehntelang bestimmten sie die Sozial- und Arbeitspolitik, jetzt schwimmen ihnen die Felle davon. Ein Blick hinter die Kulissen.
Getrennt marschieren, vereint schlagen? Gewerkschaftskundgebung in Bozen.

Foto: Alexander Alber

Die Sache ist folgende: Lohnforderungen getraut man sich nicht mehr zu stellen. Und die Sozialleistungen, die sind gesichert – zumindest hier in Südtirol. Um sie in Anspruch zu nehmen, muss man nicht streiken, man muss bloß Formulare ausfüllen.“
Gewerkschaftsfunktionär Günther Patscheider deutet auf die vielen Menschen, die an diesem Vormittag in den Büros der SGB-Cisl am Meraner Kornplatz Schlange stehen: „Sieht so aus, als hätten wir mächtig Zulauf, gell? Aber von all diesen Leuten ist wahrscheinlich niemand wegen der Gewerkschaft hier. Die sind hier wegen ihrer...

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