Die kleine Frau mit den grauen Haaren wirkt zierlich und etwas verloren hinter dem großen Podium im Festsaal der Gemeinde Bozen. Doch wenn sie von Themen und Menschenrechten spricht, dem Menschenrecht auf ein selbstbestimmtes Sterben etwa, erwacht in ihr die Kämpferin. Mina Schett ist gebürtige Innichnerin. Seit über einem Jahrzehnt kämpft sie für ein Gesetz, das die Freiheit der Patienten auch im Endstadium ihres Lebens garantiert. Seitdem ihr an Muskelschwund erkrankter Mann, Piergiorgio Welby, nur nach langem (bürokratischen) Ringen endlich von der Beatmungsmaschine genommen wurde. Um...
Der andere letzte Wille
Erstmals können in Italien lebensverlängernde Therapien bei ausbleibenden Genesungschancen abgelehnt werden. Eine bindende Patientenverfügung macht es möglich – sofern der römische Senat dem revolutionären Gesetzestext zustimmt.
