Zum Hauptinhalt
Mit eiserner Faust
Paolo Sartori, der neue Quästor, geht hart gegen Kriminalität vor. Titelgeschichte in ff 14/24
ff media | 9. Apr 2024 | ff 15/2024

Wenn jemand seinen Dienst antritt und sich als starker Mann aufspielt, kann man daraus nur eine Botschaft ableiten: „Jetzt komme ich!“ Was, näher betrachtet, bedeuten soll: Ich bin der Super-Mann, der alles besser macht.

Wenn jemand von der Polizei so auftritt, kann man daraus nur schließen, dass es sich um jemanden handelt, der mit der Vision eines Polizeistaates sympathisiert. Wenn man polizeistaatliche Verhältnisse außerhalb Europas betrachtet, kann man erkennen, wie sinnesleer diese Praktiken sind und dass das Leben in der Gesellschaft keineswegs besser geworden ist, da niemand frei ist, sondern vor einem engmaschigen, kleinkarierten Regelwerk kuschen muss: Das System eines Polizeistaates geht von engstirnigen Köpfen aus und gefällt engstirnigen Horizonten.

In den 1980er-Jahren, als der Verfasser dieses Briefes sein Universitätsstudium absolvierte, erklärte an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck ein international anerkannter Universitätsprofessor für Österreichische Geschichte: „Jeder Staat hat die Tendenz hin zum Polizeistaat. Sein tut’s ja ein Unsinn. Man muss dagegen auftreten, man muss am Anfang sozusagen dagegen stehen.“

Man kann es als fragwürdig ansehen, wenn jemand mit den Mitteln der Macht Ordnung schaffen will, so als blieben ihm keine anderen Wege und Möglichkeiten. Wäre es nicht möglich, Sicherheit mit Hirn und nicht mit Muskelkraft zu schaffen?

Georg Lezuo, Bozen