Nicht nur das Leben, auch die Brixner Politik ist eine Pralinenschachtel: Man weiß nie, was man bekommt! Seit dem partizipativen Seilbahndesaster präsentiert man stadtgestalterische Maßnahmen grundsätzlich nur noch einer handverlesenen Zuschauerschaft – und natürlich dem Ex-SVP-Ortsobmann und Chef des unabhängigen (LOL) Brixner. Anfängerfehler wie neulich beim Kranebitter Bauprojekt, wo den Anwohnern und Anwohnerinnen trotz ausdrücklichem Verbot versehentlich ein Rendering des Bauvorhabens gezeigt (aber schnell wieder zurückgezogen) wurde, unterlaufen nur noch selten. Transparenz? Transpapperlapapp!
Deswegen weiß bislang kaum jemand, was in Hellers 10-Millionen-Überraschungsei steckt, das uns mitten in die Stadt gelegt wird. Seit 2017, wo er mit viel Pathos („Paradies für Brixen“) halbfertige Pläne für den Hofburggarten präsentierte, hat der Meister wenig Sichtbares geliefert. Außer ein paar Besenstiele, die er als Kunstfälschung zu verhökern versuchte, weswegen aktuell der Staatsanwalt gegen ihn ermittelt. Ein Lausbubenstreich, sagt Heller. Und what could possibly go wrong, wenn sich ältere Lausbuben mit Hang zum Narzissmus in einer Stadt verwirklichen dürfen, in der sie selbst nicht leben müssen?
Konsequenterweise weiß man nicht nur nicht, was im Garten sein wird, man weiß auch nicht, wie die Gemeinde das Besucherstrommanagement außenrum hinkriegen will. So was „wie am Pragser Wildsee“ versprach Landeshauptmann Kompatscher – wenn das mal nicht verlockend klingt! Und so transpapperlapapp! Immerhin wissen die Steuerzahlenden, dass die Gemeinde 500 Bäume für eine Streuobstwiese geordert hat, das klingt super und erinnert an, was war das noch, ach ja: an das versenkte Siegerprojekt von „Freilich“, das allerdings anstatt 10 nur 3 Millionen gekostet hätte, schon vor Jahren umsetzbar und offen für alle gewesen wäre. Die drei von Heller geplanten Gebäude wird’s auch nicht mehr geben (billiger wird’s dennoch nicht), aber vielleicht, so der Bürgermeister, ein WC. Na bitte, Besucherstrahlmanagement vom Feinsten! Da scheint hinter vorgehaltener Hand und mit unserem Geld wahrlich ein Paradies zu entstehen, das jeden Heller wert sein wird.
Barbara Plagg | Wissenschaftlerin,
Unidozentin und Autorin