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Nicht jeder Rekord ist ein Glück
Tourismus: Leitartikel in ff 11/25; Leserbrief von Peter Mitterhofer in ff 12/25; Antwort von HGV-Direktor Raffael Mooswalder in ff 13/25
ff media | 2. Apr 2025 | ff 14/2025

Ob man das heiße Eisen nun Bettenstopp oder Bettenobergrenze nennt, ist zweitrangig: Es ist eine Bestimmung aus dem neuen Gesetz für Raum und Landschaft, mit der die Errichtung neuer Beherbergungsbetriebe gestoppt werden soll.

Nun vermutet man mehrere Dutzend ausgewiesene Tourismuszonen im Land, auf denen bis zum 30. September 2026 Hotelkomplexe mit Tausenden von neuen Betten gebaut werden dürfen. Dabei hat Südtirol bereits jetzt die größte Dichte an Gästebetten im Alpenraum! Meist liegen diese Zonen dort, wo bereits viel los ist. Noch mehr Touristen in überlaufene Gebiete zu locken, ist schlichtweg verrückt. Es würde mich nicht wundern, wenn der Termin 2026 nach Intervention des HGV verlängert würde.

Herr Mooswalder, wenn die Bettenobergrenze für die Hotelbetriebe mit Zustimmung des HGV eingeführt wurde, dann werden schon Sie das Ihrer Klientel erklären müssen und nicht ich. Die HGV-Spitze betont gerne, wie wichtig es ihr sei, dass die Bevölkerung den Tourismus mitträgt. Wie soll das gelingen, wenn der Übertourismus geleugnet wird und man auf jede Kritik dünnhäutig reagiert?

Beispiel Verkehr: Da heißt es stets, der Tourismus sei nicht alleine daran schuld. Das behauptet ja niemand, aber er trägt wesentlich dazu bei: Wer fällt bei Schlechtwetter in die Städte ein? Wer brettert täglich zu Tausenden über unsere Pässe?

Schwere Hypotheken wie hohe Lebenshaltungskosten und knapper, überteuerter Wohnraum sind im Wesentlichen auf den Fremdenverkehr zurückzuführen. Der HGV-Direktor wird schon wissen, warum er diese Fakten in seiner Stellungnahme ausklammert.

Peter Mitterhofer, Obermais