ich krieg ein kind“. Dieser Vers steht am Ende eines Lebens, eines Dichterlebens. Die Männerphantasie wurzelt im nüchternen, schonungslosen Blick auf den eigenen schwerkranken Körper. In Selbstironie wendet das Gedicht die Anspielung von Bekannten auf den kleinen Wasserbauch, eine Folge der fortgeschrittenen Leberzirrhose: „ein kind krieg ich/ es schreiet nie/ lallet sanft/ ewig sind/ die windeln von dem kind/ feucht & naß// ich bin ein faß“.
Drei Wochen nach der Niederschrift dieser Zeilen ist norbert c. kaser – der auf der Kleinschreibung auch seines Namens bestand – an den Folgen...
wenn ich ein dichter waer
Vor 70 Jahren kam Norbert C. Kaser zur Welt. Er starb mit 31 Jahren. Porträt eines eigenwilligen Südtiroler Poeten, dessen Gedichte heute zum Literaturschatz des 20. Jahrhunderts gehören.
