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Kennzeichen unzeitgemäß
Eine Geschichte von Widersprüchen und Halbherzigkeiten: Kirche und Musik, Kirche und Kunst im Umgang mit biblischen Geboten und Verboten.
ff media | 29. Mär 2017 | ff 13/2017
Mateo Taibon, 51, ist Redakteur bei der Rai Ladina in Bozen. Für ff schreibt er regelmäßig über Musik.

Foto: Privat

Eine glänzende, in ihrem ekstatischen Überschwang geradezu triumphale Fanfare: So präsentiert sich die instrumentale Einleitung zu „L’Orfeo“ (1607) von Claudio Monteverdi, einer sinnlich-extrovertierten Vertonung eines durch und durch heidnischen Sujets. Drei Jahre später verwendet der Komponist diese Musik als Anrufung Gottes in seiner „Marienvesper“ wieder: Weltlich und geistlich waren in der Musikgeschichte selten klar getrennt, oft waren sie kaum unterscheidbar.
Die biblischen Anweisungen zum Lob Gottes sind klar: „Lobet ihn mit Psalter und Harfe! Lobet ihn mit Pauken und Reigen;...

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