Sie hat das Gedicht abgeschrieben, in ihre Tasche gesteckt und ist geflüchtet. Das Gedicht hat sie von Afghanistan bis nach Innsbruck begleitet, weil sie den Worten Bedeutung gibt.
Die arabische Schrift ist für uns nichts als Zeichen auf Papier, doch das Gedicht handelt von Krieg, Liebe, Freiheit. Nun liegt es in einem unscheinbaren grauen Schuhkarton, zusammen mit Steinen, Mandeln aus ihrer Heimat, Passfotos ihrer zurückgelassenen Freundinnen und einem Stück Holz. Darauf ist ihr Name eingebrannt: Karima.
Karima, 16, kniet vor einem charakterlosen Regal, während sie uns mit...
