brutale und respektlose Machtkämpfe gab es in der Politik schon immer. Der Unterschied zu heute: Damals blieben diese oft im Verborgenen. Das hat Politiker ein Stück weit auch geschützt. Heute ist das völlig anders, auch aufgrund der sozialen Medien und des Drucks der Öffentlichkeit. Vieles kommt an die Oberfläche. Wie beispielsweise die Abhörprotokolle in der Sad-Affäre. Die ff hat über deren politisch bedeutenden Inhalt bereits im vergangenen Dezember berichtet.
Nun ist ein Buch dazu erschienen: „Freunde im Edelweiß“ von den Journalisten Arthur Oberhofer und Christoph Franceschini. Die Aufregung ist groß. Die SVP steht, einmal wieder, vor einer Zerreißprobe. Es scheint nichts mehr, wie es war. Karl Hinterwaldner hat das Buch gelesen, er hat es für die aktuelle Titelgeschichte analysiert und auch neue Aspekte in der ganzen Geschichte herausrecherchiert. Lesen Sie mehr darüber ab Seite 16.
Politisch geht es im Heft gleich weiter mit einem der Hauptprotagonisten der Sad-Affäre: Altlandeshauptmann Luis Durnwalder. In der Geschichte von Andrej Werth geht es allerdings nicht um irgendwelche Telefonate, sondern um Geld. Und um die Frage, ob Durnwalder die Gelder aus dem Sonderfonds korrekt verrechnet hat. Denn selbst nach zehn Jahren gibt es hierzu keine abschließende Antwort. Nun sollen sich die Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg damit beschäftigen. Es ist für Luis Durnwalder die letzte Möglichkeit, seine Unschuld zu beweisen – und einer Strafe zu entgehen (Seite 26).
Abseits der Politik gibt es zum Glück auch noch ein Leben. Das Popduo Anger aus Brixen ist der beste Beweis dafür. Friedrich Hainz, der vor Kurzem ein Praktikum in der ff-Redaktion absolvierte, hat Nora Pider und Julian Angerer in Wien besucht. Die Band hat verrückte Jahre hinter sich: Preise haben die zwei gewonnen, Konzerte abgesagt, ein eigenes Label gegründet und fast am Eurovision Song Contest teilgenommen. Eine spannende Geschichte über ein Paar, das noch eine große Zukunft vor sich hat (Seite 46).
Wenn Sie hingegen immer schon wissen wollten, zu welcher Allianz Kunst und Wissenschaft fähig sind, dann blättern Sie auf Seite 49. Dort schreibt Georg Mair über das neue Stück der Vereinigten Bühnen Bozen „Anthropos, Tyrann (Ödipus)“ und warum wir angesichts der Klimakrise uns neu mit Natur, Tier und Mensch in Beziehung setzen müssen.
Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre

