Auf den Bergbauernhöfen unseres Breitengrades gibt es im Winter wenig frisches Gemüse. Aus diesem Grund hat der Wirsing bei uns einen großen Stellenwert: Gepflanzt wird er Anfang Juli, danach wächst er ziemlich gemächlich vor sich hin, aber wir machen uns keine Sorgen – im Gegenteil, denn der Wirsing wird am Ende eines der letzten frischen Gemüse sein, die wir im Herbst und Winter ernten können (es sei denn, er wird nicht zuvor von den Hirschen gefressen, die sich auf Nahrungssuche im Winter den Dörfern nähern, weil dort am leichtesten etwas zu finden ist).
Augenbohnen haben ihren Namen von einem winzigen schwarzen Fleck, der aussieht wie ein Auge. Ihr besonderes Charakteristikum, das mich fasziniert hat, ist jedoch die Tatsache, dass es sich dabei um die einzige autochthone Bohnenart der Alten Welt handelt. Ich muss zugeben, ich wusste nicht, dass schon die Römer Bohnen aßen (ich war der Überzeugung, dass sie erst nach der Entdeckung Amerikas zu uns kamen). Aber diese kleine Bohnensorte stand tatsächlich schon auf dem Speisezettel unserer antiken Vorfahren. Hier präsentiere ich euch eines jener Gerichte, die im Winter Körper und Seele wärmen.
Zutaten
40 g getrocknete Augenbohnen
2 Zehen Knoblauch
1 Blatt Salbei
Lorbeerblatt
1 mittelgroßer Wirsing
natives Olivenöl extra
10 g frischer Ingwer
1 Prise Peperoncino
30 g altbackenes, in Würfel geschnittenes Brot
Salz
Zubereitung:
Die Bohnen am Vorabend in reichlich Wasser einweichen. • Die Bohnen in reichlich Salzwasser, mit 1 Knoblauchzehe, dem Salbei und dem Lorbeerblatt gar kochen. Abseihen und beiseitestellen. • Die Wirsingblätter in schmale Streifen schneiden, wenige Minuten in viel Salzwasser blanchieren und danach mit dem Olivenöl, 1 Knoblauchzehe und dem geriebenen Ingwer in der Pfanne schwenken.
Den Knoblauch herausnehmen und alles mit ein wenig Kochwasser vom Wirsing pürieren, bis eine ganz glatte Creme entsteht. Die Suppe sollte am Ende nicht zu dick sein (falls erforderlich, die Suppe noch durch ein feinmaschiges Sieb filtern, um Stücke zu entfernen, die nicht gut püriert wurden). • Die Bohnen mit einem Hauch Olivenöl und etwas Peperoncino in der heißen Pfanne schwenken. • Die mit Öl beträufelten Brotwürfel kurz im Ofen rösten.
Servieren:
Eine Kelle Cremesuppe in die Schüsseln füllen, Brotwürfel darüberstreuen und mit 2 Esslöffeln Bohnen garnieren. Mit einem Hauch gutem Olivenöl abrunden.

