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Liebe Leserin, lieber Leser,
Extrawurst | 4. Mär 2026 | ff 10/2026
Neben dem Schülerpreis wurde auch der „große“ Preis, der Hansel-Mieth-Preis (im Bild ff-Chefredakteur Georg Mair) vergeben, eine der bedeutendsten journalistischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Er ging an Julia Kopatzki (Text) und Roderick Aichinger (Fotos) für ihre Spiegel-Reportage „Endlich allein“ – sie haben eine Woche lang Jugendliche im Zeltlager in Italien begleitet.

Foto: Christoph Püschner

der Gabriel-Grüner-Schülerpreis ist ein wichtiges Projekt, das seit vielen Jahren von ff mitgetragen wird (neben der Agentur Zeitenspiegel, der deutschen Bildungsdirektion des Landes und dem Bildungsausschuss der Gemeinde Mals). Schülerinnen und Schüler (4. Klasse Oberschule) lernen dabei in Workshops (insgesamt fünf Tage), wie man eine Reportage in Wort und Bild verfasst. Sie beschäftigen sich eingehend mit Journalismus und sind oft erstaunt, wie viel Arbeit eine Recherche erfordert. Benannt ist der Preis nach dem Südtiroler Stern-Reporter Gabriel Grüner, der 1999 im Kosovo ums Leben kam.
Neun Teams haben in diesem Jahr eine Reportage verfasst. Die Themen: eine Reise ohne Handy; Jugendliche und ihr Blick auf die Autonomie; eine junge Frau, die an chronischen Schmerzen leidet; der junge Skifahrer, der nach einem schweren Sturz wieder Rennen fahren will; Palliativpflege; die Uroma; ein Mann und sein lebenslanges Engagement für andere; das Leben in der Pension. Und Klaus, Bauer vom Klotzhof in Moos in Passeier. Annalena Gufler und Fabian Pircher (Landesberufsschue für Handel und Grafik in Bozen) haben ihn bei der Arbeit begleitet. In Wann hört Heimat auf? schreiben sie: „Klaus ist 82 Jahre alt, der älteste Bauer der Gemeinde Moos. Seine Geschichte erzählt von einem Leben voller Arbeit. Wenn er einmal nicht mehr da ist, könnte der Klotz-Hof einer jener 130 Bauernhöfe sein, die in Südtirol jedes Jahr verschwinden.“
Gufler und Pircher haben in diesem Jahr damit den Gabriel-Grüner-Schülerpreis gewonnen. Der Lohn: 1.000 Euro und ein Praktikum bei der
ff in Bozen und beim Stern in Hamburg.
Die zehnköpfige Jury (darunter Georg Mair, Peter Grüner, Bruder von Gabriel Grüner, und Cornelia Fuchs, stellvertretende Chefredakteurin des Stern) tagte vergangene Woche in Öschelbronn in der Nähe von Stuttgart. Rainer Nübel (emeritierter Professor an der Hochschule Fresenius in Heidelberg) sagt: „Die Jury war beeindruckt vom erzählerischen Talent, mit dem alle Gruppen verschiedenste, dabei auch schwere Themen des menschlichen Lebens und des Alltags in Südtirol umgesetzt haben.“
Der Workshop wird im Herbst neu aufgelegt, die Reportagen erscheinen nach und nach in ff.

Die Sitzung der Jury beim Gabriel-Grüner- Schülerpreis: Gekommen aus Südtirol waren auch vier Teams, die eine Reportage verfasst haben.

Foto: Uli Reinhardt