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Die Wut der Bauern
Haben Südtirols Bauern Grund zu demonstrieren? Titelgeschichte in ff 7/24
ff media | 6. Mär 2024 | ff 10/2024

Im Herbst 2023 wurden wir von klimaneutral, nachhaltig usw. intensiv berieselt. Ich dachte mir, die Botschaft höre ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube. Jetzt sollte es ja verantwortungsvoller weitergehen. Nun stellt man leider fest, die Katze lässt das Mausen nicht. Italien verbraucht derzeit die Ressourcen von circa 2,7 Jahren, Südtirol kommt sicher noch weiter. -Südtirol verbraucht pro Tag ein Fußballfeld, 7.140 m2, an Grund und Boden, obwohl dieser nicht vermehrbar ist. In der EU ist in den letzten 25 Jahren ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche verloren -gegangen! Sie dient zur Produktion von Lebensmitteln (und O² Produktion), zur Speicherung von Wasser und der CO2-Speicherung (jährlich steigt der CO2-Gehalt der Luft um 2 ppm).

Ackerboden kann bei 90 cm Tiefe 95 Tonnen Kohlenstoff/ha speichern, Dauergrünland das Doppelte. Je Tonne Biomasse werden 2 Tonnen CO2 gebunden und 1,5 Tonnen Sauerstoff neu gebildet.

Italien verbraucht pro Kopf und Jahr 83 kg Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Mais und Reis). Bei einem Ertrag von nur 3.800 kg/ha sind das 2.713 kg Getreide je Fußballfeld. Es geht also täglich für etwa 32 Personen einiges an Anbaufläche von Getreide verloren. Bekanntlich lebt der Mensch nicht nur vom Brot allein. Wie lange können wir uns das noch leisten? Das Fehlende muss herumgekarrt werden und dann wundert man sich über die Verkehrszunahme. Um zukunftsfähiger zu werden, muss sich noch vieles sofort ändern. Verdichtete und versiegelte Böden speichern kein Wasser und kein CO2! Ich fordere einen verantwortungsvolleren Umgang und mehr Respekt vor dem Kulturgrund!

Sepp Wachtler Sarns/Brixen