Die rhetorische Frage „Was uns Olympia bringt – und was es kostet“ ist mehr als berechtigt. Antholz wird werbemäßig von Olympia profitieren, aber genügt das? Was heißt schon Profit nach den Spielen? Wohl auch zertretene Graswurzeln in der Nähe der Huberalm, überdimensionierte Bauten ohne Nachhaltigkeit – und ein paar Bierleichen. Olympia, das vom 6. bis zum 22. Februar 2026 großspurig über die Biathlon-Arena ablaufen wird, wirft Schatten voraus: Werden die auszubauenden Straßen längerfristig noch mehr Verkehr anziehen? Wird das naturbelassene Tal dies verkraften? Aber die Profiteure grinsen jetzt schon schelmisch, Hoteliers verlangten anlässlich der WM 2020 für ein Doppelzimmer circa 700 Euro und für eine Suite etwa 1.500 Euro – pro Nacht. Ja, das liebe Geld regiert die Welt und damit auch Olympia in Antholz. Die Frage stellt sich also doch: Ist es das wert?
Hubert Zingerle, Bruneck