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„Bruch aller Vereinbarungen“
Der Historiker Michael Gehler über den Krieg in der Ukraine, geschichtliche Analogien und darüber, was sich der Westen fragen muss.
Markus Larcher | 2. Mär 2022 | ff 09/2022
Michael Gehler: „Wenn wir anfangen, Nachkriegsregelungen infrage zu stellen, dann verwandeln wir Europa geradewegs wieder in ein Schlachtfeld.“

Foto: Universität Hildesheim

ff: Der Angriff Russlands auf die Ukraine wird bereits mit der Zeit unmittelbar vor Ausbruch der
Weltkriege verglichen. Zu Recht?

Michael Gehler: Als Historiker sollte man mit solchen Vergleichen vorsichtig sein, weil man die Unterschiede beachten muss. Fakt ist, dass das Vergleichen in der Geschichtswissenschaft – die historische Komparatistik – eine wichtige Methode ist, die zur Erkenntnisgewinnung beiträgt. Vergleichen heißt jedoch nicht gleichsetzen. Die Entwicklung, die sich jetzt in der Ukraine abspielt, würde ich...

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