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Riss der Erinnerung
Zeitgenössisches Theater mit poetischer Sprache und klarer Form: Die gelungene Uraufführung von Anna Gschnitzers „Fanes“ bei den Vereinigten Bühnen Bozen.
Georg Mair | 22. Feb 2023 | ff 08/2023
Gerti Drassl als Faneskönigin: Die Zukunft wird nicht mehr sein, wie wir sie uns vorgestellt haben.

Foto: Cordula Treml

Am Anfang ist das Wort, eine Bestandsaufnahme der Welt. Vor uns eine Wand, braune Kartonplatten auf einen Holzrahmen gespannt. Die Welt ist eine Wüste. Erst später in der Uraufführung von „Fanes“ im großen Haus des Bozner Stadttheaters wird diese Wand Stück für Stück zerfallen und sichtbar werden, was dahinter liegt.

Es ist ein Theater, das Risse in unserer Gesellschaft und in unserem Denken deutlich macht, bei den Individuen, die sich verloren haben, und in der Gesellschaft, die sich nicht erinnern will. Regisseurin Cilli Drexel hat dem poetischen Text von Anna Gschnitzer eine...

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