Zum Hauptinhalt
Vollgas mit Wasserstoff
Das Land startet eine Wasserstoff-Offensive. Und will in diesem Bereich die Nr. 1 auf der Welt werden. Titelgeschichte in ff 5/20 
ff media | 19. Feb 2020 | ff 08/2020
Leserbriefe

Foto: ff-Media

Die Landesregierung wäre gut beraten, würde sie die hohen Erwartungen an den Wasserstoff zurückschrauben. Im Bereich Mobilität ist diese Technologie nicht die beste Wahl. Um „grünen Wasserstoff“ mittels Elektrolyse herzustellen, ist der Aufwand enorm. Da genügt eine einfache Rechnung: Ein mit Wasserstoff betriebener Elektro-Pkw benötigt für
100 km circa 1 kg Wasserstoff. Um 1 kg Wasserstoff mittels Elektrolyse, Kompression und Speicherung herzustellen, benötigt man circa 65–70 kWh Strom. Ein normaler Elektro-Pkw braucht für dieselbe Strecke je nach Modell 11 bis 15 kWh. Somit kann auch der Laie erkennen, dass man hier, abgesehen von den exorbitanten Infrastrukturkosten und Anschaffungskosten des H2-E-Pkws, das Vielfache an Energie benötigt und somit den aufwendigsten und teuersten Weg in Bezug auf nachhaltige Energie geht. Man wäre besser beraten, die Lade- und Schnelllade-Infrastruktur im Lande mit all den Millionen auszubauen. Abgesehen davon hätte jeder, der sich ein normales E-Auto zulegt und auf dem Dach seines Hauses eine Fotovoltaikanlage besitzt, die Möglichkeit, den Strom aus dieser Anlage ohne aufwendige Technik direkt in sein Elektromobil einzuspeisen.

Wasserstoff hat momentan nur in Nischentechnologien und Spezialanwendungen Sinn, sollte sie wirtschaftliche Kriterien erfüllen.

Erwin Mayr, Toblach