Der Gemeinderat Brixen hat ein Projekt gutgeheißen, das Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung außer Acht lässt. Brixen wünscht sich einen Garten, der ohne Eintrittsbeschränkungen kostenlos zugänglich ist: Grünflächen verbessern Aufenthalts- und Lebensqualität, schaffen Möglichkeiten zum Austausch. Ein „geschlossener“ Garten bietet all dies nicht – die geplante Abgrenzung erfordert zudem eine Beschränkung der Besucherinnenzahl. So kann der im Herzen der Stadt liegende Garten eben nicht zum öffentlichen Raum für alle Brixner Bürgerinnen und Bürger werden.
Die Kosten sind nahezu explodiert: Die ursprünglich veranschlagten Summen von 10 Mio. € sind auf 14 Mio. € gestiegen, wobei die Kosten für die Kunstobjekte von 2,8 Mio. € nicht inkludiert sind. Die Gemeindeverwaltung weiß derzeit nicht, wie sie diese zusätzlichen Gelder auftreiben könnte. Über die Höhe der Führungskosten ist man sich auch noch nicht im Klaren. Es gibt diesbezüglich weder ein durchdachtes Konzept noch einen Businessplan – fest steht nur, dass diese durch Eintritte gedeckt werden sollen.
Weitere Kritikpunkte sind die Intransparenz in der Entscheidungsfindung sowie die fehlende Bürgerinnenbeteiligung: Das Projekt wurde der Bevölkerung einen Tag nach dem Gemeinderatsbeschluss vorgestellt – wo bleibt hier das Recht auf Information und Mitsprache? Diese Vorgangsweise verhindert eine konstruktive Diskussion sowie einen Wettstreit um die besten Ideen.
Warum also eine derartige Entscheidung? Weil schon in der Vergangenheit die Weichen in eine bestimmte Richtung gestellt wurden und man nun nicht mehr zurückrudern möchte? Oder einfach, weil man es kann?
Sabine Mahlknecht, Brixen