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Leserbriefe
4. Feb 2026 | ff 06/2026

Es gibt ihn noch

Viele Maßnahmen, kaum Folgen: ff 5/26 über den Klimaplan des Landes

-Emissionen schwerer tut als Regionen mit Schwerindustrie und Kohlekraftwerken – wie Eurac-Fachmann Sparber im Artikel ausführt –, wusste man schon vor Abfassung des Klimaplans.

Wenn das Land das klare Ziel Klimaneutralität 2040 setzt, hätte man sich erwarten können, dass es bereit ist, seine Hausaufgaben zu machen, d.h. an den lokalen Hauptquellen der Treibhausgasemissionen anzusetzen, sprich bei Verkehr, Gebäuden und Landwirtschaft. Mit der einen Hand mühsam mit mehr ÖPNV Emissionen aus dem Verkehr einsparen, mit der anderen Hand neuen Verkehr erzeugen: Das wird nicht viel CO2-Senkung ergeben.

Seriöse Klimapolitik braucht verbindliche Ziele, zielführende Maßnahmen, klare Verfahren und Korrekturpflichten. Mit einem dehnbaren Klimaplan und seiner halbherzigen Umsetzung wird man nur die Erfahrung des ersten Energie- und Klimaplans von 2011 wiederholen.

Ein gutes Landesklimagesetz ist tatsächlich der Prüfstein für seriösen Klimaschutz. Sonst lösen sich die hehren Ziele rasch im Nachhaltigkeitsgerede auf.

Thomas Benedikter, Eppan

„Lehrer müssen von ihrer Bühne heruntersteigen“

Schule radikal anders machen: Interview mit dem Erziehungswissenschaftler Stefan Ruppaner in ff 4/26

Hans Tappeiner, Latsch

Rekord, Rekord, Rekord ...

Die Aufhebung des Bettenstopps und die Glaubwürdigkeit der Politik: Leitartikel in ff 5/26

Der an Marionettenfäden zappelnde Landesrat für Tourismus und Landwirtschaft Luis Walcher ist dabei, für die 12 Prozent Wirtschaftsleistung des Tourismus den Südtirolern, die 20 Prozent höhere

Lebenshaltungskosten ertragen müssen, offen gezeigte Feindschaft anzuerziehen, die zu Demonstrationen gegen verhasste Gäste führen werden.

In den Top-Tourismus-Dörfern fühlt man sich außer der Saison wie in einem um fünf Nummern zu groß geratenen Gewand.

Josef Fulterer. Kastelruth

Ungesunde Dynamik

Warum Schulwarte am Limit sind: das Arbeitsklima in den Betrieben

30 Jahre arbeite ich nunmehr im öffentlichen Dienst und habe in den Schulbetrieben immer nur eins gesehen: ungesunde Dynamiken. Da nun auch Werbung für öffentliche Stellen/Schulwarte gemacht wird, eines bleibt unausgesprochen: das Arbeitsklima in diesen Betrieben.

Führungskräfte werden nicht wirklich geschult wie in der Privatwirtschaft, und nur als Fachkraft für Führung nominiert zu werden, reicht nicht aus, um Menschen wirklich führen zu können.Und eine fehlende Wertebasis führt Betriebe in eine Abwärtsspirale.

Es ist nun mal so, dass sich die meisten Direktoren wie auch Politiker usw. durch Karriere und Status identifizieren und Arbeitnehmer als Objekte und nicht als Subjekte. Also der Sinn wird nicht durch wahre Selbstwirksamkeit reflektiert. Und diese Unternehmen leben vom Schweigen der Mitarbeiter, da diese sich dann auch kleinmachen.

Aber die Folgen dafür sind verheerend für Psyche, Körper, sozialen Umgang, kognitive Leistung, Existenz.

Gesunde Unternehmen lassen nicht zu, dass:

1. Sinn, Werte, Motivation, wertvolle Mitarbeiter verloren gehen.

2. bis zum StrukturverfallFluktuation, Mehrarbeit/Mehrkosten herrschen, Mitarbeiter krank werden und kündigen, mit Chaos im vollsten Gange.

Wenn Menschen ausgenutzt und krank werden, ist die Struktur schon zerstört. Schweigen bringt immer nur eines: Stabilisation ungesunder Dynamiken.

Sieglinde Steinhauser, Prettau

Kein Buongiorno

ff 2/26 über Italienischunterricht im deutschen Kindergarten; Leserbrief von Georg Lezuo in ff 3/26; Leserbrief von Simon Constantini in ff 5/26

Heute gibt es, dank der jetzigen Regierung, kein valencianisches Radio und kein valencianisches Fernsehen mehr. Wenn das Valencià in einem drastischen Schrumpfungsprozess begriffen ist, so liegt das an einer Regierung, die aus geistigen Nachkommen des Faschismus besteht.

Als die sozialistische Fraktion in València an den Hebeln saß, funktionierte die Zweisprachigkeit einwandfrei. Der Verfasser wollte damit klarstellen: Nicht das valencianische Konzept praktizierter Zweisprachigkeit, sondern die Praktiken einer vom Staatsnationalismus kommenden Regionalregierung sind die Wurzeln des Übels.

Georg Lezuo, Bozen

Ein-Spruch

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„Liebe Frau Falkensteiner, nach Lektüre des Interviews bleibt ein seltsames Nachhallen zurück. Die Realität unserer Schulen erkenne ich in dieser rhetorischen Glätte nicht wieder.“
Silvia Krapf, Bruneck

„Ich sage: Getraut euch“

Schule neu denken? Interview mit Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner in ff 5/26

Liebe Frau Falkensteiner,

gerne höre ich Ihnen zu, wenn Sie über Schule und Schulentwicklung sprechen; vielen Ihrer theoretischen Ansätze pflichte ich durchaus bei.

Doch nach der Lektüre des Interviews bleibt bei mir ein seltsames Nachhallen zurück. Denn: Die Realität unserer Schulen erkenne ich in dieser rhetorischen Glätte leider nicht wieder.

Wie war das noch mal mit den vielen zur Verfügung stehenden Integrationsstunden? Da klaffen Wort und Wirklichkeit doch arg auseinander.

Erlauben Sie mir, das aus meiner Perspektive als Kunst- und Theaterpädagogin an einer Mittelschule zu beleuchten. Im Theaterunterricht gibt es eine goldene Regel für das Improvisieren: Man muss die Ideen der Mitspieler:innen aufnehmen. Wir nennen das „Angebote akzeptieren“. Nur wenn ich auf das reagiere, was mein:e Partner:in mir tatsächlich gibt, entsteht eine lebendige, wahrhaftige Szene. Das Gegenteil davon nennen wir „Blockieren“. Wer blockiert, ignoriert die Impulse des Gegenübers, beharrt stur auf seinem eigenen Skript und lässt die Szene damit ins Leere laufen.

Leider beschleicht mich das Gefühl, dass auch in der Landesregierung mitunter leidenschaftlich „blockiert“ wird.

Nehmen wir als aktuelles Beispiel den Italienischunterricht an unseren Kindergärten und Schulen. Hier kommt von den „Mitspieler:innen“ – den Eltern, den Lehrpersonen, der Gesellschaft – ein klares, drängendes Angebot: der Wunsch nach Öffnung, nach realer Mehrsprachigkeit.

Und die Regie? Sie hält stur am alten Textbuch fest.

Ein Zitat von Landesrat Achammer bringt dieses Blockieren auf den Punkt: „(...) die Kinder im Kindergarten sollen spielen und nicht mit gezielten Sprachkursen überfordert werden (...).“

Als Theaterpädagogin muss ich hier widersprechen: Wer Sprache und Spiel als Gegensätze konstruiert, hat das Drehbuch kindlichen Lernens nicht gelesen. Anstatt den Ball aufzunehmen, wird das Angebot ignoriert oder in bürokratischen Floskeln erstickt.

Lassen Sie uns Ihre Vision der „Öffnung von Schule“ doch einmal konsequent vom Ende her denken: Wenn der Vorhang fällt und die Inszenierung gelungen sein soll, müssen wir von den schönen Worten ins Tun kommen. Doch ohne Ressourcen wälzen Sie die Verantwortung schlicht wieder nach unten ab. Eine Inszenierung ohne Budget und Requisiten kann auch das beste Ensemble nicht retten.

Ich erlebe im Kollegium eine große Bereitschaft für Innovation, doch diese Motivation kippt zusehends in Frustration, wenn die Unterstützung ausbleibt und Projekte an der Realität zerschellen.

Our hands are open, liebe Frau Falkensteiner. Unsere Hände sind offen – betrachten Sie das als unser „Angebot“ an Sie.

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass Ihren Worten nun Taten folgen.

Silvia Krapf, Kunsterzieherin und Theaterpädagogin an der Mittelschule Röd in Bruneck