Oberhalb von St. Verena am Ritten versteckt sich das geheimnisvolle Kobenkirchl – ein schmuckes, nicht leicht auffindbares Kleinod, dessen Suche sich allemal lohnt.
Durch felsige Waldlandschaft wandernd, abseits vom Weg zum Rittner Schritzenholz, erreicht man das Kobenkirchl. Man staunt nicht schlecht, denn es ist, wirksam vor Blicken geschützt, um eine kleine Grotte gebaut und verschmilzt mit dem Fels. So oft man zum Kobenkirchl kommt, ist es immer wieder ein überraschender Anblick, besonders im Winter, wenn lange Eiszapfen von Fels und Dach herabhängen. Vom sonnenzugewandten Eingang tritt man in das Halbdunkel des engen Innenraums, der sich stark erdend anfühlt. Hier lässt sich eine tiefe und konzentrierte Kraft erfahren, die aber nach längerem Verweilen auch als schwer und bedrückend empfunden werden kann. Diese mächtige Qualität war wohl mit ein Grund, weshalb dieser Ort einst hoch in der Gunst des Volkes stand.
Wenn man bereits unterwegs zum Kobenkirchl ist, zahlt es sich auch aus, das Hexenbödele zu besuchen. Das Hexenbödele in Mittelberg bei Lengstein ist ein Highlight für alle, die gern zauberhafte Plätze aufsuchen. Es stimuliert die Fantasie der Menschen schon seit jeher. Vor nicht allzu langer Zeit bildeten große Lärchen einen Kreis um die Lichtung; leider wurden sie gefällt. Besonders im Jahr 2017 wurde fast allen Bäumen am Bödele der Garaus gemacht und so hat der Ort viel von seiner einstigen Ausstrahlung verloren. Allein die jahrhundertealte Lärche mit den buschigen Verwachsungen und dem Kruzifix wurde bislang verschont, wohl weil sie ein geschütztes Naturdenkmal ist. Man wird den Eindruck nicht los, dass die Besitzer nicht recht wissen, wie sie mit dem Ort umgehen sollen. Die Hexen sollen hier ausgelassen getanzt und gefeiert haben. Neugierige Männer, die in der Nacht auf das Hexenbödele kamen, mussten sich vorsehen, denn dieses Unterfangen war nicht ungefährlich und gar mancher hat es mit dem Leben bezahlt, so zumindest weiß es die Sage.
Infos in Kürze
Startpunkt: Pfarrkirche St. Ottilia in Lengstein
Weg: Nr. 9 aufwärts Richtung Osten, Nr. 8 bis Hexenbödele, kurz zurück auf Nr. 9 und Richtung Nordosten aufwärts, Nr. 34A Schritzenholzer Weg bis Kobenkirchl
Länge: 3,8 km
Höhenleistung: 375 m
Gehzeit: 1 h 20 min


