Als Nicola Canestrini im letzten Dezember auf dem Rückweg aus der Ukraine war und an der polnischen Grenze ankam, sah er sie plötzlich vor sich: die Festung Europa. Meterhohe Zäune, Drohnen, Hunde und hochgerüstetes Personal sollen hier Flüchtende abwehren. Zugleich klingelte Canestrinis Handy: Bombenalarm in der Stadt, in der er gerade noch Kollegen getroffen hatte, um mit ihnen über den Fall eines ukrainischen Wehrdienstverweigerers zu sprechen. Sie eilten jetzt in die Keller, während er sicher war.
Canestrini schämte sich für seine Privilegien.
„Ist das das Europa der...
