Zwischen den schroffen Spitzen der Aferer Geisler, dem mächtigen Peitlerkofel und den sanften Kuppen von Plose und Gabler liegen um das Würzjoch weite Wiesen und lichte Wälder, ein ideales Wandergebiet. Während sich auf der Plose, dem Brixner Hausberg, ein stattliches Skigebiet entwickelte, sind die baumfreien Almen und Bergrücken gegen das Gader- und Pustertal hin noch relativ unberührt.
Wir starten am gut gekennzeichneten Parkplatz Pé de Börz an der Gadertaler Passseite. Eine Übersichtskarte und Schilder weisen den Weg zur Maurerberghütte und zum Maurerberg, den die Gadertaler „Chi Jus“ nennen. Wir schlagen den breiten Forstweg ein, es geht zunächst eben, dann in leichter Steigung und weiten Kehren durch Lärchen- und Zirbenwald und dann über die Baumgrenze sonnig und aussichtsreich in einer knappen Stunde zur Maurerberghütte (Winterruhe, 2.132 m). Der Fernblick zu Peitlerkofel, der Fanesgruppe bis Civetta und Settsass ist beeindruckend.
Bei guten Schneeverhältnissen und schönem Wetter lohnt sich der weitere Aufstieg zum Gipfel des Maurerberges mit Fernblick zu den Gipfeln am Alpenhauptkamm. Über den baumfreien Rücken geht der Weg zuerst zum Alfreider Joch und anschließend fast eben auf den Gipfel (2.332 m) mit dem hohen Gipfelkreuz und der Erinnerungstafel an die Kreuzeinweihung im Jahr 1977 durch Bischof Gargitter (zusätzlich 45 Minuten, 200 Höhenmeter). Rückweg wie Aufstieg.
Der Peitlerkofel
Der Peitlerkofel weist, ähnlich wie die Bletterbachschlucht, Merkmale aller typischen Gesteinsschichten der Dolomiten auf. Auf der Nordseite, vom Würzjoch aus gut einzusehen, öffnet sich die Moibach-Schlucht und gibt Einblick in die Geologie der Vor-Dolomiten-Zeit, als dieser Teil der Erdkruste in Äquatornähe im Urmeer Tethys lag.
Durch Erosion der Vulkanite vor fast 300 Millionen Jahren bildete sich der rote Grödner Sandstein, darüber lagern Schichten von Bellerophon und dunkelgraue Kalke und Mergel (Werfener Formationen), erst darüber kommen die Schichtfolgen des Riffgebirges vom Peitlerkofel aus dem hellen Schlerndolomit. Mehrere Meeresspiegelschwankungen haben zu unterschiedlichen Abfolgen der Ablagerungen geführt. Wer genau hinschaut, liest die Erdgeschichte der Dolomiten wie in einem aufgeschlagenen Buch.
Infos in Kürze
Leichte und lohnende Wanderung an und über der Baumgrenze
Start: Parkplatz Pe de Börz, 1.874 m
Gehzeit: 1 Stunde
10 Minuten nur Hinweg, 280 Höhenmeter,
3 km (Aufstieg)
Für den Maurerberg zusätzlich 45 Minuten nur Hinweg, 200 Höhenmeter (Aufstieg)
Anfahrt: Vom Gadertal über St. Martin in Thurn nach Antermoia und weiter zum Parkplatz Pe de Börz, 1,4 km vor dem Würzjoch (Wintersperre).
Einkehrtipp
Almgasthof Ütia de Börz/Würzjochhütte: Großzügig ausgebauter Berggasthof mit guter Küche, Reservierung empfohlen.
Str. Börz 26, Würzjoch,
Tel. 0474 520066,
www. boerz.it
Die ungekürzte Version und viele weitere Wandertipps finden Sie im Buch.

