Damit es bei ihm zum Schreiben kommen kann, braucht Laurenz Koler einen Auslöser. Bei „Aufstehen“, seinem Debütroman, der in diesen Tagen bei Raetia erscheint (144 Seiten, 18 Euro), war es ein Besuch mit Freunden im Konzentrationslager Dachau. Ohne sich viel darunter vorstellen zu können, gehen sie in die Baracken, sind geschockt. Dann setzt sich ein Typ auf ein Bett und redet davon, wie gut es sich hier eigentlich sitze. Koler wird wütend. Ausgerechnet hier, in der Baracke, wo einst die Insassen schliefen, Ort und Symbol der Entmenschlichung, so ein Verhalten. Er tut: nichts.
„Man...
