Zum Hauptinhalt
Im Banne der Sekte
Die Pandemie treibt immer mehr Menschen sektiererischen Gruppen in die Arme. Die Verhaftung von fünf Frauen wegen des Missbrauchs-verdachts von Kindern aus religiösen Motiven zeigt, wie sich die Szene radikalisiert hat. Ein Hintergrundbericht.
Opfer oder auch Täter? Zu Besuch bei Hans* und Elisabeth*, die in die Abhängigkeit einer Sekte gelangten und denen vom Jugenddienst die Kinder genommen wurden.

Foto: Mic

Sozialwohnbau, dritter Stock: Die geräumige Wohnung mit ihren vier Zimmern ist einfach eingerichtet. Armeleuteambiente ist der erste Gedanke, der dem Besucher durch den Kopf schießt. Dann fällt der Blick auf die vielen Heiligenbildchen, Statuetten, Kreuze und Rosenkränze. Michael, der „Erzengel“, scheint ganz vorne in der Liste der Idole zu sein – und Papst Wojtyla. „Dieser Papst wird jetzt totgeschwiegen“, sagt Elisabeth*, „man sieht ihn sonst nirgendwo. Und an den Erzengel beten wir oft: Er schützt gegen den Teufel. Aber setzen wir uns. Hans* wird gleich kommen.“

Elisabeth und...

Abo testen

Abonnieren Sie jetzt die ff - und Sie erhalten Zugriff auf alle Inhalte

Sie sind bereits Abonnent?