Kommentar: War ja wirklich nicht schwer, das Unwort des Jahres 2016 zu finden: „Volksverräter“ – na klar. Na klar? Diese begriffliche Abscheulichkeit ist von Exponenten der Alternative für Deutschland und Pegida aus der Mottenkiste geholt worden, wohin sie 1945 gesteckt wurde. Seither war sie – aus gutem Grund – aus dem deutschen Sprachgebrauch verschwunden. Zur Erinnerung: Als „Volksverräter“ bezeichneten die Nazis all jene, die nicht ihre Heilslehre nachbeteten. Auf die Betitelung „Volksverträter“ folgten meist „Hochverrat“ – und der Tod.
Ist es nicht beängstigend,...
Die Macht der Wörter