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Auf die Welt geschaut
Karl Golser, Bischof von 2009 bis 2011, war ein Mann des Geistes und des Wortes. Seine Krankheit ließ ihn in den letzten Jahren seines Lebens verstummen. Doch was er hinterlassen hat, spricht für sich.
Georg Mair | 4. Jan 2017 | ff 01/2017
Der Dialog mit Wirtschaft und Politik war ihm wichtig – Karl Golser hier mit dem damaligen Landeshauptmann Durnwalder.

Foto: Alexander Alber

Moraltheologen haben in der katholischen Kirche kein leichtes Leben. Sie sind diejenigen, die die Verbotstafeln aufstellen – so werden sie jedenfalls von außen gesehen. Und so war es auch lange: Sie waren die Gesetzeshüter. Und sie saßen in der Klemme: Die Menschen hörten nicht mehr auf sie, und innerkirchlich wurden sie genau beobachtet.
Wenn man den Moraltheologen Karl Golser mit diesem (Zerr)Bild eines Moraltheologen konfrontierte, legte sich ein leichter Ärger über seine Stimme. Er sei, sagte er dann, nicht ein „Führer“, sondern ein „Vermittler“. „In Wirklichkeit“, meinte er vor zehn...

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